Qualitätsmanagement ist letztlich die Anwendung von gesundem Menschenverstand, Wissen und Erfahrung zur Steuerung und Verbesserung von Praxisprozessen. Grundlegende Prinzipien, die sich auch in allen DIN ISO-orientierten Systemen wiederfinden, sind die schriftliche Darlegung der Realität, das Bemühen um kontinuierliche Verbesserung sowie die Definition von Verantwortlichkeiten.

 

Abbildung der Realität/ Prozessbeschreibung

Qualitätsmanagement ist eine Abbildung der Realität. Dies ist ein „Kernelement“ von QM.

Sie werden feststellen, dass die Darstellung von Praxisprozessen als Flussdiagramm im Team ein sehr wertvolles Instrument ist.

Grundsätzlich sind Flussdiagramme gut zur Darstellung komplexerer Prozesse geeignet, in denen Entscheidungen zu treffen sind.

Die Abfolge von einzelnen Prozessschritten - ohne Entscheidungen - lässt sich einfacher durch Text bzw. Listen in einer Checkliste darstellen.

Das gesprochene Wort bei der Erklärung von Prozessen gibt erheblichen Interpretationsfreiraum. Die gemeinsame Niederschrift von relevanten Praxisprozessen und Praxisregeln beseitigt Unsicherheiten, Nachfragen und überflüssige Diskussionen.

Hinzu kommt, dass bei der Darstellung - besonders bei komplexeren Abläufen - Unstimmigkeiten und Prozessprobleme „ins Auge fallen“. Die Diskussion von Praxisprozessen mit Hilfe von Flussdiagrammen ist eine der hilfreichsten Methoden zur kontinuierlichen Verbesserung.

 

Kontinuierliche Verbesserung

Die Rahmenbedingungen einer Praxis sind in ständigem Fluss. Neue medizinische Entwicklungen, neue administrative Regelungen und die Fülle der laufend gemachten Erfahrungen verlangen eine ständige Anpassung unserer Steuerungsmechanismen und unserer Art zu arbeiten (Praxisprozesse). Dahinter steckt - praktisch als Motor - der Wunsch nach kontinuierlicher Verbesserung (KVP). Dies ist ein weiteres wichtiges Kernelementvon QM. 

Dieses Prinzip wird auch Deming-Zyklus, Plan Do Check Act-Zyklus oder Kontinuierlicher Verbesserungs Prozess genannt.

 

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Qualitätsmanagement ist deswegen nie „fertig“ oder „abgeschlossen“. QM ist ein dynamisches System in ständiger Anpassung an sich ändernde Gegebenheiten, Ziele und Erfahrungen.

 

Definition von Verantwortlichkeit

Viele von uns kennen das Problem nicht oder zu ungenau geregelter Zuständigkeiten. Im Praxisalltag kann dadurch eine Menge Zeit verloren gehen, aber auch das Arbeitsklima - durch wechselseitige Zuweisungen der Problemursache - belastet werden. Deswegen werden im QM Verantwortlichkeiten für Arbeiten (Prozesse) oder Teilschritte davon (Prozessschritte) genau festgelegt. Damit ist immer klar, wer bezüglich eines festgestellten Problems oder Fehlers anzusprechen ist. Dabei geht es nicht darum, Schuld an Mitarbeitern festzumachen, sondern darum, durch Fehler- und Pannen- management kontinuierliche Verbesserungzu betreiben.

Die eindeutige Festlegung von Verantwortung ist eine wesentliche Regel in allen etablierten Qualitätsmanagementsystemen und damit als ein Leitgedanke von QM anzusehen.

Die geforderte Festlegung von Verantwortung bezieht sich sowohl auf Implementierung und Durchführung von Qualitätsmanagement, als auch auf alle Prozesse und Teilprozesse eines Unternehmens.