Die Berufsgenossenschaften (BG) sind die wichtigsten Träger der gesetzlichen Unfallversicherung. Auch sie sind Körperschaften öffentlichen Rechts und in Selbstverwaltung organisiert. Die Aufgaben der Berufsgenossenschaften werden durch das Sozialgesetzbuch VII bestimmt.

Berufsgenossenschaften haben einen wichtigen präventiven Auftrag zur Verhütung von Arbeitsunfällen und Berufskrankheiten; gleichzeitig sind sie dazu verpflichtet, beim Auftreten dieser Unfälle und Krankheiten die Behandlung und Rehabilitation zu gewährleisten sowie gegebenenfalls Verletztengeld oder Renten zu zahlen.

Die Berufsgenossenschaften gliedern sich nach Wirtschaftszweigen. Die Arbeiter und Angestellten aller Unternehmen sind Pflichtmitglieder in ihrer jeweiligen BG. Die Beiträge sind vom Arbeitgeber zu leisten.

Im Rahmen ihres gesetzlichen Auftrages zur Prävention erlassen die Berufsgenossenschaften sogenannte berufsgenossenschaftliche Vorschriften und überwachen deren Einhaltung in den Betrieben.

Neben den Berufsgenossenschaften gibt es Unfallversicherungen für bestimmte Personenkreis,e wie die Bundes- Landes- oder Feuerwehrunfallkassen, Gemeindeunfallversicherungsverbände und andere. Wichtig zu wissen ist, dass auch Kindergartenkinder, Schüler, ehrenamtliche Helfer sowie Helfer bei Unfällen einen Unfallversicherungsschutz genießen.

Die Mitarbeiter von ärztlichen Praxen sind Mitglieder der Berufsgenossenschaft für Gesundheitsdienst und Wohlfahrtspflege (BGW). Zum Schutz der Mitarbeiter kommen eine Reihe berufsgenossenschaftlicher Vorschriften zum Tragen; verantwortlich für deren Einhaltung ist der Praxisinhaber

Die ärztliche Behandlung von Berufsunfällen erfolgt als Durchgangsarztverfahren durch BG-zugelassene D-Ärzte. Die Behandlung durch Hausärzte und sonstige niedergelassene Ärzte ist auf die Erstversorgung und kleine Verletzungen beschränkt. Grundsätzlich müssen auch Erstversorger - mithilfe der vorgeschriebenen Formulare - einen Unfallbericht des Arbeitsunfalls erstellen und die BG informieren. Die Honorierung der Ärzte erfolgt durch die jeweilige BG auf Grundlage einer modifizierten GOÄ.

(Betrifft Arbeitsunfälle und Berufskrankheiten – hat weder mit den gesetzlichen Krankenversicherungen noch der Privatversicherung zu tun!)

 

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